Solide wachsen - Jahrbuch 2024

überrascht – dass Österreich 2024 zu den zehn Ländern mit der schlechtesten wirtschaft­ lichen Entwicklung weltweit zählt. Ob das vorhersehbar war oder nicht, darüber kann man streiten. Manche Auguren haben es vorhergesagt. Aber man hofft trotzdem, dass die Dinge etwas besser kommen. Und in unserem Selbstverständnis stehen wir ja auch viel besser da. Aber das zeigt einmal mehr, wie notwendig Veränderung ist. Gab es einen Moment, in dem Sie vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse Pläne verwer- fen mussten? Nicht direkt. Aber beim Thema Nachhaltig­ keit mussten wir die Geschwindigkeit anpassen. Wir waren zu euphorisch und zu ambitioniert. Die Richtung stimmt, aber wir haben gelernt, realistischer zu planen. Wir haben unsere Ziele konkretisiert, mit stärkerem Bezug zu wirtschaft­ lichen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Haben Nachhaltigkeitsthemen für Gebrüder Weiss trotzdem noch die gleiche Priorität oder hat sich etwas verschoben? Die Ziele bleiben wichtig. Aber der tech­ nologische Fortschritt geht langsamer als gedacht voran und die politischen Rahmenbe­ dingungen haben sich nicht so entwickelt, wie wir es vor einigen Jahren noch erwartet hatten. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass solche Veränderungen nicht ohne Be­ geisterung funktionieren, nicht ohne tragfähige Business Cases, nicht ohne echte Überzeugung und Menschen, die wirklich daran glauben. Politische Vorgaben allein reichen da nicht aus. Welche Entscheidungen des letzten Jahres würden Sie genauso wieder treffen? Es gab bei Gebrüder Weiss keine radikalen Schnitte, und das Unternehmen hat trotz Krise weiter auf Entwicklung gesetzt. Ob diese Entscheidung richtig war, wird sich natürlich erst mittelfristig zeigen. Aber aus heutiger Sicht ist es uns gelungen, durch den Fokus auf Entwicklung Marktanteile zu gewinnen, Rück­ gänge auszugleichen und sogar zu wachsen. Welche Regionen haben Sie besonders im Blick, wenn Sie von Entwicklung sprechen? Deutschland bleibt trotz Industriekrise der wichtigste Markt Europas und für die Logistik einer der drei wichtigsten Märkte global. Hier haben wir weder Rückschritte noch Abstriche

our perspective as a company, we really are in far better shape. But that only goes to show how vital change is. Was there ever an occasion when changing circumstances forced you to abandon your plans? Not directly. But when it came to sustaina­ bility, we had to adjust the pace. We had been too euphoric, too ambitious. We’re on the right track, but we've now learned to plan more realistically. We have defined our targets more narrowly and rooted them more deeply in economic and scientific developments. Do sustainability issues still have the same importance for Gebrüder Weiss or has there been a realignment? The objectives remain imperatives. But technological advances have been slower than expected and the political framework has not evolved as we had projected a few years ago. Fundamentally, I take the view that these types of changes must be tackled with enthusiasm. They require viable business cases, genuine conviction – and people who really believe in them. Political directives alone will not suffice. Which of last year’s decisions would you make again today? There were no dramatic reorientations at Gebrüder Weiss: notwithstanding the crisis, the organization continued to pursue its develop­ ment. Whether that was smart will only emerge in the medium term. But seen from today’s perspective, this focus has enabled us to gain market share, compensate for setbacks and downturns, and even grow. Which regions do you have in mind when you refer to development? Despite the crisis facing its industry, Germany remains the most important market in Europe and one of the three most important logistics markets globally. We haven’t made any com­ promises or U-turns here, even if that didn’t always come easily. In some Eastern European markets, we were able to create interesting initiatives. The United States is evolving dynamically, and we have again bolstered our network there. Economic development is accelerating in many parts of Asia and we are also helping to power that – by investing wisely and posting strategic growth. Opportunities

8

Interview

Powered by