ATLAS 24 - Das gute Leben / The good Life

Das Magazin von Gebrüder Weiss The Gebrüder Weiss Magazine

Ausgabe 24 2025

Issue 24 2025

Das gute Leben The good Life

Geht es Ihnen gut? Oder könnte es besser sein? Wenn Menschen ein besseres Leben suchen, begeistern sich manche gern für Extreme: Anstatt einfach öfter mal um den Block zu gehen, wollen sie plötzlich Marathon laufen. Und statt sich ausgewogen zu ernähren, wird der eine Veganer, die andere ernährt sich nur noch von Fleisch. Dabei könnte, wer drin­ gend einen Tapetenwechsel braucht, ja die Wohnung mal neu streichen und nicht gleich in ein Land auswandern, in dem nur ver­ meintlich alles anders ist. So ist es nun einmal, wir alle tragen polari­ sierende Tendenzen in uns. Selbst wenn wir ihnen nicht nachgeben, bewundern wir oft jene, die radikale Schritte gehen. Dabei liegt das gute Leben meist zwischen den Extre­ men. Aristoteles nannte es „ die goldene Mitte “ zwischen Mangel und Übermaß, also zum Beispiel zwischen Völlerei und Askese, Ver­ schwendung und Geiz, Draufgängertum und Feigheit. Dieses Ringen um Ausgewo­ genheit prägt die Geistesgeschichte seit 2500 Jahren – und auch mein Gespräch mit dem Philosophen Hannes Böhringer, der noch einige andere, von mir bislang unter­ schätzte Wege zur guten Lebensführung nannte. Oder haben Sie schon einmal über eine Mitgliedschaft im lokalen Kleintierzucht­ verein nachgedacht, um Ihr Leben spürbar zu verbessern?

Are you already in top form? Or is there room for improvement? When people set out in search of a better life, it is sometimes changes at the more ex­ treme end of the scale that catch their eye. Why just go for a stroll around the block more often when you could jump straight into marathon running? Bye-bye balanced diet, greetings vegan only/meat only (delete as appropriate)! How best to satisfy the need for a change of scenery? Give the apartment a lick of paint – or emigrate to a country where everything (yes, everything) is different. We all have polarizing tendencies within us; we often admire those who take the path more radical even if we don’t actually follow in their footsteps. Ultimately, though, a good life can most often be found in the middle ground. Aristotle called this the “golden mean” between excess and deficiency – i.e., between gluttony and austerity, profligacy and parsimony, recklessness and cowardice. The struggle for balance is a defining theme of both 2,500 years of intellectual history and my conversation with Hannes Böhringer for this issue of ATLAS. The German philo­ sopher points me in the direction of several other paths to a good life that I had previous­ ly undervalued. It’s got me thinking: Maybe I’ll sign up at the local animal sanctuary. And maybe I’ll see you there.

Im Namen der Redaktion wünsche ich eine anregende Lektüre.

Was denken Sie?

What are you thinking?

On behalf of all of us in the editorial team, I hope you enjoy the read.

Wir freuen uns, wenn Sie uns nach dem Blättern sagen, wie Ihnen der ATLAS gefällt und über welches Thema Sie gerne einmal etwas lesen würden. Scannen Sie dafür einfach den QR-Code und schicken Sie uns Ihre Bewertung. Ihre Mei­ nung interessiert uns sehr.

We’d love to get your take on this issue of ATLAS – and we’re curious to know what topics you’d like to read about in the future as well. Simply scan the QR code and send us your feedback. It would be great to hear your thoughts!

Frank Haas Chefredakteur / Editor-in-Chief

6 Wenn in Lauterach im Bundesland Vorarlberg ein besonders leiser Lkw durch die Straßen rollt, sitzt wahr- scheinlich Fahrettin Öztürk am Steuer. Seit 35 Jahren ist er bei Gebrüder 14 16 Weiss beschäftigt, heute lenkt er einen der neuen E-Lkw und ist begeistert: „Auch mit schwerer Ladung zieht der E-Lkw voll an.“ Das Fahrzeug zeigt, 78 wie Logistik zu einem guten Leben beitragen kann, gerade in Städten. Denn wo weniger Lärm und Abgase entstehen, steigt die Lebensqualität für alle. 82 Alles für das Meer All in for the ocean Die Welt in Orange The orange network Interview Interview Das gute Leben The good Life

Take me home, country roads: Home delivery

84

Nachgelesen Update

86

Impressum Imprint

6

Interview Interview

If you’re in Lauterach, in Austria’s Vorarlberg region, and a surprisingly quiet truck glides past, it may well be Fahrettin Öztürk at the wheel. Fahrettin has worked at Gebrüder Weiss for 35 years, and he’s delighted to be driving one of the new elec­ tric models. “The e-truck accelerates hard with no let-up – even if it’s got a heavy load,” he says. It shows how logistics can help raise living stan- dards, especially in cities. After all, less noise and fumes means better quality of life for everybody.

14

Take me home, country roads: Home delivery

16

Das gute Leben The good Life

78

Alles für das Meer All in for the ocean

82

Die Welt in Orange The orange network

84

Nachgelesen Update

86

Impressum Imprint

F

Herr Böhringer, auf dem Weg zu Ihnen habe ich ChatGPT befragt, was man unbedingt über Sie wissen sollte – das Ergebnis war mittelmäßig. Meine Tochter dagegen benutzt ChatGPT oft als mentalen Coach und ich habe den Eindruck, dass die Maschine da ei­ nen ganz guten Job macht. Was kann KI aus Ihrer Sicht zu einem guten Leben beitragen? Ich habe das Gefühl, und mehr als ein Gefühl ist es nicht, dass die künstliche Intelligenz zu einem guten Leben nichts Wesentliches beitra­ gen kann. Sie kann natürlich Hinweise geben und so weiter. Aber diese Schmeichelei, mit der man es bei Chats mit Maschinen zu tun hat, die stört mich zum Beispiel sehr. Aber es kann einem auch guttun. Und meinen Sie nicht, dass die KI gerade auch Menschen, die damit aufwachsen, unglaublich nützt? Das mag sein, für mich stellt sich aber die Frage, ob ich das wirklich noch mitmachen muss. Vermutlich kann ich es mir auf Dauer nicht er­ sparen. Aber ich weiß noch nicht, wie ich da rangehe. Zurzeit habe ich den Eindruck, dass ich das alles nicht brauche. Allerdings ist das schon eine sehr wichtige Frage: Soll man nur das machen, was man braucht? Ist das nicht ein bisschen zu wenig? Die Neugierde geht ja immer darüber hinaus und man macht dann überraschende Entdeckungen. Was KI angeht, bin ich aber auch einfach sehr altmodisch. Sind die Schmeicheleien einer KI vielleicht sogar gefährlich? Nun, man muss den Kontakt mit der Realität behalten. Das ist das Problem bei vielen Herr- schern: dass die so herrschen können, wie sie wollen, und dass die nur noch Leute anhören, von denen sie nicht sicher sein können, dass sie ihnen die Wahrheit erzählen. Das ist doch übel! Man braucht Leute, zum Beispiel eine Ehefrau, die ehrlich sind und einen auch mal in den Sen- kel stellen. Wenn Sie auf zweieinhalbtausend Jahre Geis­ tesgeschichte blicken – würden Sie sagen, dass sich die Vorstellung davon, was ein gutes Leben ausmacht, über die Zeit verän­ dert hat? Oder hat es immer schon die einen gegeben, die ein bisschen mehr auf den Ge- nuss achten, und die anderen, die mehr Wert auf die Seelenruhe legen? Wenn man heute von einem „guten Leben“ spricht, möchte ich mich eigentlich fast abwen- den. Das klingt nach Wohlstandsgesellschaft oder nach einem Thema für Geschiedene, die viel Geld ausgeben, um in einem spirituellen

Mr. Böhringer, on my way over here I asked ChatGPT what I should know about you. And honestly, what it came out with was a little underwhelming. My daughter, however, often uses ChatGPT as a kind of mental coach, and I get the impression that there it does a pretty decent job. How do you think AI can contribute to a good life? I have a feeling – and it is just a feeling – that artificial intelligence doesn’t have anything sub- stantial to offer for a good life. It can, clearly, give advice and what have you. But the adulation that seems to exist for machine-led chat – I find that sort of thing quite troubling. But it can also be good for people. Don’t you think that AI is incredibly useful for people who have grown up with it? That might be so. For me the question is whether I really need to be part of all that. I probably can’t avoid it in the long run, but I haven’t quite decided yet how to approach it. As things stand, I don’t think I need it in my life. Having said that, this does pose a very important question: Should we only do what we need to? If so, won’t we be selling ourselves a bit short? Curiosity likes to break through boundaries, of course, and this leads us to surprising discoveries. As far as AI is concerned, though, I’m just very old-fashioned. It’s imperative we stay in touch with the real world. That’s the issue with many rulers: they can rule as they want to, and they only listen to people who they cannot be sure are telling them the truth. That’s a terrible state of affairs. We all need people – a wife or husband, say – who can be honest with us and are prepared to give us a reality check now and again. Might this kind of fawning over AI even be dangerous? When you look back over two-and-a-half thousand years of intellectual history, would you say ideas of what constitutes a good life have changed over time? Or have some peo­ ple always gravitated a little more towards pleasure and indulgence, while others place greater value on inner peace? When people nowadays talk about a “good life,” it makes my skin crawl a little. There is that pervading sense of affluence bound up in it, of something for divorcees who spend a lot of mon­ ey studying mindfulness at a spiritual retreat. In ancient philosophy, there was still the hope that small city-states would function well and pro­ vide a good life. For example, Aristotle was of the view that you can only live a good life in the

Das Glück kommt eher nebenher / Happiness creeps up under the radar Frank Haas im Gespräch mit dem Philosophen Hannes Böhringer/Frank Haas in conver­ sation with philosopher Hannes Böhringer

6 Interview

7 Interview

nichts mit Philosophie zu tun haben. Da gibt es jemanden, der sagt, wenn du dich basisch ernährst und vielleicht vegan noch dazu, dann kommen deine Hormone in Schwung und das Aufstehen fällt dir viel leichter. Ein ande­ rer behauptet das Gegenteil. Dazu kommen etliche Heilsversprechen der Konsumgüter­ industrie. Warum funktioniert das so gut? Die Menschen lassen sich ihre Autonomie sehr schnell abkaufen und leben dann lieber in Knechtschaft, als selbstständige Wesen zu sein. Kant nennt das Faulheit – dass man also den kritischen Verstand an andere delegiert. Dabei gibt es nun mal die eigene Urteilskraft und die Kunst der Unterscheidung. Daher kommt übri- gens auch das deutsche Wort „Bescheidenheit“, das auf die Fähigkeit verweist, die richtigen Unterscheidungen zu treffen und zurückhaltend zu sein. Deswegen glaube ich, dass ein gutes Leben viel mit Bescheidenheit zu tun hat. Und damit, die richtige Mitte zu finden. Wir können nicht direkt auf das Glück zuschießen, son­ dern es kommt eher nebenher, es kommt quasi hinterrücks. Die Menschen lassen sich ihre Autonomie sehr schnell abkaufen Ja, aber das Glück kommt doch auch, wenn ich gegen Widerstände ankämpfe und mich in Tugenden übe. Nehmen wir die Tapferkeit: Ich werde tapfer, wenn ich gegen die Angst ankämpfe. Oder die Großzügigkeit, auch die kann man erlernen. Richtig, und nach Aristoteles ist es dabei ein großer Unterschied, ob ich mein Geld geerbt oder ob ich es selber erworben habe. Die Groß- zügigkeit von einem, der nicht weiß, wie schwer es ist, Geld zu erwerben, muss man unterschei- den von der Großzügigkeit eines Menschen, der sein Geld hart verdient hat. Was ja nachvollziehbar ist. Stimmt, aber für diese Erkenntnis brauche ich nicht unbedingt Aristoteles. Ich freue mich aber, dass Aristoteles etwas sagt, was meiner eige- nen Lebenserfahrung entspricht. Lassen Sie uns kurz bei den Tugenden blei­ ben. Aristoteles sagt nicht nur, dass die Tu- genden der Weg zum Glücksempfinden sind, sondern auch das Vorhandensein von Glücks- gütern, von materiellen Dingen. Wie schätzen Sie die Bedeutung von Wohlstand ein?

post claiming the opposite. And then there are the numerous promises of miracle heal­ ing from the consumer goods industry. Why is it all so effective? People are very quick to give up their autonomy: better to live in relative subjugation than to be independent beings. Kant referred to this as laziness, i.e., delegating critical thinking to oth­ ers. But we can all also call on our own powers of judgement and the art of discernment. The German word for “discernment” is “Unterschei- dung,” which is where the word “Bescheiden- heit” (humility) comes from. Humility suggests an ability to make the right distinctions and exercise caution. That’s why I think a good life has a lot to do with humility – and, by extension, striking the right balance. Happiness is not something we can target directly, it is more of an agreeable side effect that can creep up “under the radar,” you might say. People are very quick to give up their autonomy Yes, but happiness also transpires when I try to overcome obstacles or do good things. It’s like bravery: I get braver when I confront fear. Or generosity, which is also something that can be learned. That’s right, and it was Aristotle’s view that there is a big difference between inheriting money and earning it oneself. It’s important to differen­ tiate between generosity shown by a person who doesn’t know how difficult it is to acquire wealth and generosity from someone who has worked hard for their money. Which you can appreciate. Yes, but I don’t necessarily need Aristotle to tell me that. It is, though, good to know that Aristotle was saying something that tallies with my own life experience. Let’s stay on the subject of virtues for a little longer. Aristotle said that, as well as virtues, the presence of good fortune – i.e. material things – also offers a path to happiness. How do you assess the importance of wealth? Wealth is important, there’s no doubt. But where do you draw the line? When does it get to be too much? Philosophers do not need a great deal. They travel light and will lose little if their ship sinks. But wealth can also make you happy, no question. If I was rich – and I mean seriously rich – I’d like to give lots of money away. Philan- thropy is something I admire about wealthy

Retreat Achtsamkeit zu lernen. In der antiken Philosophie hatte man noch die Hoffnung, dass die kleinen Stadtstaaten funktionieren und für ein gutes Leben sorgen würden. Aristoteles war zum Beispiel der Meinung, dass man ein gu- tes Leben nicht auf dem Land führen kann, wo man wilder als die Tiere lebt, sondern nur in der Stadt. Weil es da Arbeitsteilung gibt und man die Möglichkeit hat auszusuchen, was einem liegt – ob man zum Beispiel lieber Schmied oder lieber Zimmermann werden will. Dass man also die Möglichkeit hat, genau das, was in einem angelegt ist, auch zur Verwirklichung zu bringen. Und das ist dann das gute Leben. Es ist eng verbunden mit Selbstverwirklichung und Mitbe- stimmung im politischen Sinne. Selbstverwirklichung und Mitbestimmung – dieser Vorstellung von einem guten Leben kann man doch grundsätzlich immer noch zustimmen, oder? Sicherlich, Stadtluft macht frei, es gibt aber noch andere Vorstellungen. In der spätrömischen Zeit haben die Stoiker zum Beispiel auf die Frage, was ein glückliches Leben sei, geantwortet: das Unglück zu ertragen. Damit ist gemeint, dass der Philosoph zwar weiß, dass er das Schicksal nicht in der Hand hat. Dass er die innere Hal- tung dazu aber sehr wohl in der Hand hat und dass ihn das unerschütterlich macht. Nun gab es aber auch antike Philosophen, die der Meinung waren, dass man niemanden zum guten Leben erziehen muss, weil man alles dafür schon in sich hat. Ja, das glaube ich auch. Das geht in Richtung Lebenskunst, die eigentlich die antike Medizin imitiert. Man sagte damals, dass man dort woh- nen sollte, wo die Winde gut sind, dass man auf Schlafen und Wachen und auch auf die Leiden- schaften achten soll und so weiter. Und das ist heute noch genauso: Man läuft jedem medizi- nischen Trend hinterher und lässt sich von den Ärzten schikanieren. Was man darüber aber total vernachlässigt, ist der eigene vernünftige Sinn, die eigene Urteilskraft. Wir können uns an Leute wenden, wenn wir konkret Hilfe brauchen, aber doch nicht grundsätzlich! Ich meine, dass die Philosophie kaum etwas anderes sagt als das, was der gesunde Menschenverstand einem auch sagen könnte, was man also in sich hat. Wenn die Fähigkeit zum guten Leben schon angelegt ist im Menschen, wieso lässt er sich trotzdem immer wieder auf Abwege bringen? Auf Instagram zum Beispiel werden einem viele Wege zum Glück vorgeschlagen, die alle

city, and not in the countryside, where you are more wild than the animals. Because in the city there is division of labor and you have the oppor tunity to choose what suits you best – for example, whether you’d prefer to be a black­ smith or a carpenter. You have the opportunity to bring to fruition what is inherently within you. Then you have a “good life.” It is closely linked to self-realization and participation in the politi- cal sense. Self-realization and participation: this idea of a good life still has plenty to get on board with, doesn’t it? For sure – “city air makes you free,” as the old German saying goes. But that’s not the only way to look at things. For example, in the late Roman period the Stoics’ answer to the question of what made a happy life was “dealing with misfortune.” By this they meant that, while the philosopher knows that he has no control over fate, he also knows that he does have control over his inner attitude – and that makes him in­ vincible. But there were also ancient philosophers who believed you didn’t need to teach people to live well, because they already had every­ thing they needed to achieve this within themselves. Yes, I also believe that. As an idea, it leans to- ward the art of living, which actually mimics an- cient medicine. They used to say you should live where the winds are favorable, you should at- tach a lot of importance to sleeping and waking, and to passions – that sort of thing. And nothing much has changed in this respect. We’re always chasing after every medical trend and getting hectored by doctors. But what people com­ pletely overlook is their own common sense and sound judgement. We should by all means turn to the relevant experts if we need specific help, but not as a matter of course. What I’m trying to say is that philosophy has little more to impart than what common sense will tell you – i.e., what you already know inside. If the ability to have a good life is already in- herent in humans, why do we repeatedly allow ourselves to be led astray? Instagram, for example, can suggest any number of routes to happiness, none of which has any philosophical substance. One minute, there’s someone telling you an alkaline – perhaps also vegan – diet will be great for your hor­ mones and make getting up in the morning that much easier. The next, you’re hit by a

8 Interview

9 Interview

Wohlstand ist schon wichtig, das ist ganz klar. Aber wo ist die Grenze? Ab wann ist es zu viel? Der Philosoph braucht nicht viel. Der reist mit leichtem Gepäck und im Schiffbruch verliert er nichts. Aber auch mit Reichtum kann man glück­ lich sein, gar keine Frage. Wenn ich reich wäre, so richtig reich, dann würde ich gern wohltä- tig sein. Diese Wohltätigkeit der reichen Leute bewundere ich an den Amerikanern. Dass man Geld verdient und damit dann selbst gestaltet. Indem man ein Kunstmuseum baut? Ja, zum Beispiel. Diese Wohltätigkeit gibt es ja heute noch. Die feinen Leute reden darüber wahrscheinlich nicht und das ist auch gut so. Aber das ist schon auch eine Tugend. Die Einfachheit ist, wenn man so will, auch eine Form von Leidenschaft Sie aber wollten sich nie mit Besitz belasten, haben Sie mir im Vorgespräch gesagt. Und das kann ich gut verstehen. Mich interessiert die Einfachheit. Meine Eltern waren erst ziemlich begütert und gingen dann bankrott. Ich mit meiner Kinderlähmung dachte immer, dass ich meine Tüchtigkeit beweisen muss, und hatte das riesige Glück, Hochschul- lehrer werden zu können. Das war für mich die Erfüllung: Ich habe meine Arbeit als Lehrer ge- macht und hatte trotzdem noch genug Zeit, um zu schreiben. Für mich war das ein einfaches Leben und tatsächlich würde mich Besitz be- lasten. Vielleicht aus Angst, dass ich wie meine Eltern damit Mist machen würde. Deshalb habe ich das, was ich dann eines Tages doch noch geerbt habe, direkt an meinen Sohn weiterge­ geben. Die Einfachheit ist, wenn man so will, auch eine Form von Leidenschaft. Früher dach- te ich, das Leben müsse kompliziert sein, man müsse sich möglichst kompliziert ausdrücken und so weiter. In der bildenden Kunst und in der Musik haben mich aber schon immer die For- men viel mehr interessiert, die einfach sind. Und von denen wollte ich lernen. Ja, das hat schon im Altertum eine Riesenrolle gespielt, die Philosophenschulen waren eigent- lich Freundschaftskreise. Heute steht das Indi­ viduum noch viel stärker als früher einer Riesen- gesellschaft mit sozialen Medien und so weiter gegenüber. Dafür braucht es Vermittlung. Und Ein anderer Aspekt des guten Lebens ist sicherlich das Thema Freundschaft.

Americans, the idea of earning your money and then using it to affect change. By building a museum of art? That’s one example. This sense of philanthropy still exists today. The fine people involved probably don’t talk about it much, and that’s a good thing. But philanthropy is also a virtue. Simplicity is, if you like, also a kind of passion When we were talking earlier, you said you’ve never wanted to burden yourself with pos­ sessions. And I can understand that. I have a thing for simplicity. My parents were quite well off at one point, but then lost the lot. Having had polio as a kid, I always felt I had to prove that I was capable of doing things. Later, I had the immense good fortune to become a university professor. That brought me such a sense of fulfilment; alongside my work teaching I still had time to write. For me, this was a sim­ ple life, and it’s true that I would feel burdened by copious possessions. Perhaps there is a fear that I would make a mess of things, like my parents did. That’s why I have passed on what I did end up inheriting straight to my son. Sim- plicity is, if you like, also a kind of passion. I used to think that life had to be complicated. However, in the visual arts and in music I’ve always been far more interested in the simpler elements of the works. And I’ve strived to learn from those. Another aspect of a good life is most def­ initely friendship. Yes, friendship already played a hugely signifi- cant role back in ancient times – the philosoph­ ical schools were very much circles of friends. With social media, etc., the individual now faces far greater pressures within wider society. We need help to negotiate this relationship, but who is there to do the job? Hegel pointed to clubs. I'm not really much of a clubs person myself, but I can see how – like friendships or a spouse – they can act as an intermediary, a source of ideas who can understand you and put things into perspective. That’s a very important factor in a good life. Are you talking about people who know you well and don’t immediately overreact if you get something slightly wrong? Associations are sadly no longer as fashionable as they used to be.

was ist da das Vermittelnde? Hegel sagt, es sind die Vereine. Ich selbst bin überhaupt kein Vereinsmensch, aber Vereine sind ebenso wie Freundschaften oder wie die eigene Ehefrau eine vermittelnde Instanz, die einem Anregun- gen geben und die einen verstehen und relati- vieren kann. Für ein gutes Leben ist das ganz wichtig. Sie meinen Menschen, die einen gut kennen und nicht bei jeder schrägen oder falschen Formulierung gleich an die Decke gehen? Speziell Vereine sind ja leider nicht mehr so sehr in Mode. Nein, aber ihre Wirkung haben sie trotzdem noch. Ich habe zusammen mit meiner Frau ein klei- nes Haus auf dem Land, eine Stunde von Berlin entfernt in einem Dorf. Dorthin ziehen immer mehr Berliner, die dann immer noch in der Stadt arbeiten. Die versuchen natürlich, sich zu inte- grieren. Und wie machen sie das? Sie machen in den Vereinen mit und fühlen sich wohl, die Kinder gehen dort in die Kita und die Nachbar- schaft wird gepflegt. Die Leute spüren, dass es gut ist, wenn man sich kennenlernt, die brau- chen dafür gar nicht Hegel lesen, die wissen das auch so. Solche Beziehungen sind Kapillar- gefäße eines guten Lebens. Sie haben auch einmal über das Thema Be­ wunderung geschrieben. Zwischen dem Idol und seinen Bewunderern gab es immer eine Grenze. Ich habe aber den Eindruck, dass viele Menschen gar nicht mehr bewundern, sondern entzaubern wollen. Wenn ich sage, dass ich jemanden bewundere, dann ernte ich jedenfalls oft Unverständnis. Die Frage dabei ist: Woran richten wir uns auf? Es bringt ja nichts, alles Große zu sich herunter- zuziehen. Das wäre dann die Kammerdiener- perspektive, aus der man den Helden auch mit dreckiger Unterhose sieht. Wollen wir das wirk- lich? Das Schöne bei der Bewunderung ist, dass ich dadurch am anderen teilnehmen kann, dass mich der andere hochhebt und mein Leben verbessert. Die Frage dabei ist: Woran richten wir uns auf? Wenn ich Bewunderung ablehne, muss ich alle Menschen vom Sockel stürzen und kann mich nicht mehr aufrichten und mich nicht mehr entwickeln. Trotzdem findet das heutzutage oft statt: Man wartet, bis man jemanden endlich zu Fall bringen kann, um

No, but they can still make a difference. My wife and I have a small house in a rural village an hour outside Berlin. City dwellers who still work in the capital are moving to the village in increas­ ing numbers. They make efforts to integrate, of course. And how do they do that? They get involved in clubs and associations, start to feel at home, their kids go to local daycare and they build relationships with the neighbors. People recognize the benefits of getting to know each other – they don’t need to read Hegel’s words to get the message, they just know it already. These kinds of relationships and connections act like capillary vessels for a good life. The question here is: Where are we setting our sights? You’ve also written about “admiration.” There has always been a line drawn between idols and admirers. But I get the impression that many people no longer want to admire others, they just want to point out their short- comings. When I say I admire someone, I’m often met with a quizzical look. The question here is: Where are we setting our sights? We don’t gain anything by bringing every- thing and everyone down to our level, going looking for our heroes’ flaws. Is that really what we want to achieve? The nice thing about ad- miration is that it allows us to engage with that person; they raise us up and improve our lives. If I refuse to admire others, it means I con­ stantly have to knock people off their pedestal, and can no longer pull myself up or improve myself. Yet that is exactly what we see so of­ ten nowadays. We hammer away at someone until they finally slip up – and then we’re like: “See, they’re no better than me after all.” And what do you get out of it? Yes, what indeed. You strip that person of their honor. And the open window into our lives created by social media has made this situation almost unbearable. Where a sense of bitterness might be souring the atmosphere, a little admiration can go a long way. Here, my mind turns to the canonization of literature. Whether you’re talking Vergil or Goethe is immaterial; you can debate their work long into the night. This is more about giving yourself the opportunity to learn from others. About how they have formulated an idea using examples and put it out there on a platform to be heard. Everyone has their own hit parade of

10 Interview

11 Interview

dann zu sagen, ach, der ist auch nicht besser als ich. Und was hat man davon? Ja, was hat man davon? Man entehrt den Menschen. Und durch die Transparenz, die es durch die sozialen Medien heute gibt, ist das fast unerträglich geworden. Vielleicht ist es die Verbitterung, die atmosphä- risch alles so herunterzieht. Dabei kann Bewun­ derung sehr nützlich sein! Denken Sie an die Kanonbildung der Literatur. Es ist egal, ob da nun Vergil oder Goethe drin ist, darüber kann man sich ruhig die Köpfe heißreden. Es geht darum, ein Angebot zu haben mit Leuten, von denen man lernen kann. Dass die etwas exemplarisch formuliert und zur Sprache gebracht haben. Jeder hat doch für sich irgendeine Hitparade mit Leuten, von denen er etwas hat – wunder- bare Sätze, Strophen oder einzelne Zeilen von irgendwelchen Songs, die einen trösten oder aufrichten. Sie haben nicht nur über Bewunderung ge­ schrieben, sondern auch über Spott. Sie sagen, dass man das, was über einem ist, bewundern oder verspotten kann. Verhilft uns der Spott vielleicht auch zu einem besse­ ren Leben? Ich denke daran, dass man gern spottet, wenn man sich ohnmächtig fühlt, zum Beispiel gegenüber einer Regierung. Der Spott ist eine Form, sich von der Größe zu befreien. Und er enthält die Fähigkeit, sich vom Zwang und von der Macht der Nachahmung zu lösen. Wir sind ja, sagt René Girard, eine riesi- ge Nachahmungsmaschine. Wir glauben zum Beispiel, wir hätten unsere Eltern durchschaut und würden alles besser machen. Und irgend- wann erkennen wir dann, dass wir den Blödsinn der Eltern eben doch weitergeführt haben. Die Frage, wie wir Nachahmung brechen, ist also ein Riesenproblem. Und eine Lösung dafür könnte die Umkehrung sein, die Ironie und der Spott. Sicherlich verspottet man gern genau das, was man eigentlich bewundert. Weil es einem schwerfällt zu sagen: Ich bin neidisch, dass die- se Person so agieren kann, wie sie agiert, denn ich kann das leider nicht. Von der Bewunderung ist es nur ein kurzer Schritt zur Liebe. Welche Rolle spielt die Liebe in einem guten Leben? Haben Sie dazu auch schon etwas geschrieben? Ja, natürlich. Darüber zu schreiben, ist aber schwierig, weil man den richtigen Ton finden muss, damit es nicht kitschig wird. Dabei ist die Liebe ein ganz wichtiger Impetus in jedem

stars who have produced work they love – won- derful sentences, verses or lines from songs that provide comfort or boost the spirits. As well as writing about admiration, you’ve also looked at mockery. You point out that we can either admire or mock things or people of higher standing. Does mockery in some way help improve our lives? I’m think­ ing about how we like to make fun of some­ thing when we feel powerless about it – a government, for example. Mockery is a way of liberating ourselves from greatness. And within it lies the ability to break free from the compulsion and power to imitate. René Girard describes humans as a huge mimetic machine. For example, we think we can see the failings in our parents and do everything better. But at some point we realize that actu- ally we’ve just kept doing the same nonsense as them after all. The question of how we break the imitation cycle is therefore a huge one. One solution could be to turn the situation on its head, to choose the path of irony and mockery. There’s no doubt we like to mock exactly those things we actually admire. Because admitting it is tough: I’m envious that so-and-so can act the way they do, because I unfortunately cannot. From admiration, it is only a short hop to love. What role does love play in a good life? Have you also written about that? Of course. Writing about it isn’t easy, as you need to find the right tone in order to avoid schmaltziness. However, love is a very impor­ tant impulse for anyone who is questioning if they’re fine being “on their own.” After all, if you love someone, you put yourself in their hands and relinquish the autonomy that the philo- sopher always wants to retain. If you are then loved in return, it is like being given this auto- nomy back as a gift. That’s why love needs an ingredient like fidelity to maintain its balance. Does that make sense? A happy life is not just about autonomy and self-realization, but also the opposite: restriction. If we fall in love with another person, we’re entering into a commit- ment that qualifies our autonomy. And recogniz­ ing that we’re not enough for ourselves? That’s actually rather nice. Hannes Böhringer is a German philosopher who moves in the upper echelons of modern and contemporary art and architecture, but also explores the big questions of everyday life. He is a keen observer of how words, actions, and things can shape our lives.

Menschen, der die Selbstgenügsamkeit infrage stellt. Denn wenn man jemanden liebt, begibt man sich in dessen Hand und verliert diese Auto- nomie, die der Philosoph immer haben will. Wenn man wiedergeliebt wird, bekommt man sie aber als Geschenk zurück. Deswegen braucht die Liebe so etwas wie Treue, um im Gleichgewicht zu bleiben. Ist das verständlich? Zum glücklichen Leben gehören nicht nur Auto- nomie und Selbstverwirklichung, sondern auch das Gegenteil, die Einschränkung. Wenn ich mich in einen Menschen verliebe, dann gehe ich eine Verbindlichkeit ein, die meine Autonomie relativiert. Und dass wir uns nicht selbst genug sind – das ist doch eigentlich sehr schön. Hannes Böhringer ist ein deutscher Philosoph, der sich nicht nur in den Höhen moderner und zeitgenössischer Kunst und Architektur bewegt, sondern auch im Alltäglichen die großen Fragen entdeckt. Mit wachem Blick verfolgt er, wie Worte, Handlungen und Dinge unser Leben formen.

12 Interview

13 Interview

Take me home, country roads Wie Home Delivery das Leben verbessert Es gibt Dinge, die man in seinem Leben am liebs­ ten höchstens einmal macht: ein neues Sofa über die Treppe in den vierten Stock wuchten zum Beispiel. Oder eine Waschmaschine auf einem wackligen Möbelroller durch den Regen balancieren, während wildfremde Passant*innen ungebetene Ratschläge geben: „Greifen Sie mal unten!“ (danke, bereits probiert), „Achtung, Pfütze!“ (ups, schon reingetreten). Solche Szenen haben etwas Tragikomisches, aber mit Lebensqualität haben sie wenig zu tun. Es kann aber auch alles ganz anders sein. Wer die Lasten dieser Erde nicht selbst stemmen will, kann einfach auf dem Sofa sitzen bleiben. Die sperrigen Dinge kommen nach dem Klick auf den Bestellbutton: das gemütliche Bett, der intelligente Kühlschrank, der Lesesessel zum Versinken. Und wenn es so weit ist, muss man nur noch einmal kurz aufstehen, um den freund- lichen Menschen von Gebrüder Weiss die Tür zu öffnen. Eine halbe Stunde vor Ankunft klingelt das Fahrerteam einmal durch, damit niemand im Pyjama überrascht wird. Und kurz danach schon bauen die Home-Delivery-Mitarbeiter Schrankwände auf, schließen Waschmaschinen an, entsorgen gleich noch die alten Geräte und nehmen die Verpackung mit. Null Schweißaus- bruch am Treppenabsatz, null Genickschmer- zen, null genervte Nachbarschaft. Home Delivery verbessert das Leben auf eine ganz naheliegende Weise: Wir wollen bequem sitzen, weich liegen und gut kühlen. Und die Logistik sorgt dafür, dass solche Bedürfnisse nicht mehr am Treppenhaus scheitern. Natürlich sind Möbeltransporte, die man selber gemacht hat, in der Rückschau eine Heldentat und die meisten werden sich an Möbel erinnern können, die allein schon deshalb in einem Haushalt blei- ben durften, weil man sich irgendwann einmal so für sie angestrengt hat: Wie damals Otto den Tisch allein getragen hat! Wie wir das Küchen- buffet geschleppt haben! Aber mal ehrlich: Die Schweißausbrüche auf dem Treppenabsatz zum dritten Stock vermisst doch wirklich niemand.

Take me home, country roads How home delivery makes life better There are some things you’d rather not do more than once in your lifetime, if at all. Hauling a new sofa up the stairs to a fourth-floor apartment springs to mind, likewise manhandling a wash­ ing machine down the sidewalk on a wobbly trolley while the rain lashes down and passing strangers offer unsolicited advice – “Get your hands underneath it” (been there, tried that), “Watch out for puddles!”(oops, too late). Fine examples of tragicomedy these moments may be, but experiences that enhance one’s quality of life? Not so much. There is, however, another way. If hoicking around weighty things isn’t one of your favorite chores, click for help. That comfy bed, smart fridge, inviting reading chair you promised yourself? It can be whisked to your home, and the only physical effort asked of you is to open the door when the nice people from Gebrüder Weiss ring the bell. They’ll even call you half an hour before they arrive so you don’t get caught out in your PJs. Before you know it, the home delivery crew are assembling wall units, con­ necting washing machines, and taking away your old kit (packaging included). So no more collapsing in a sweaty mess on the landing, no more putting your back out for zero thanks, no more annoying the neighbors. Home delivery makes life better in a very direct way. We want to sit comfortably, sleep well and keep tasty things cool. And logistics services ensure our efforts to meet these needs no longer falter at the sight of a staircase. This is not to ignore the achievements of the past. Furniture you put together yourself can come to represent a feat of considerable heroism in the rose- tinted sands of time. Many of you will recall an item that must never be chucked out, purely on account of the blood, sweat and tears shed during its assembly. Remember how we carried the table single-handed! How we dragged the kitchen cupboard up three floors! Really, though, no one is going to miss the drops of perspira- tion peppering the staircase.

Home Delivery schenkt uns die Freiheit, uns ungestört über neue Dinge zu freuen, die auf Wunsch bis ins Wohnzimmer, in die Küche oder in den Waschkeller geliefert werden. Gebrüder Weiss ist auf diesem Gebiet ein verlässlicher Anbieter. Und damit sich über den Service nicht nur Sofakäufer in Wien oder Kühlschrank- Besteller*innen in Bratislava freuen, hat Gebrüder Weiss in den letzten Jahren sein Home-Delivery- Geschäft kräftig ausgebaut. Seit vielen Jahren betreut das Unternehmen die XXXLutz-Gruppe in Österreich, Tschechien, der Slowakei, Kroatien, Slowenien und Rumänien. Jüngst kam die Tochtermarke Mömax dazu. Das allein macht ein Leben noch nicht gut und gelungen. Aber es verbessert doch die Lage ein wenig – und zwar dort, wo es im Alltag am meisten zwickt. Anders ausgedrückt: Der Mensch hat Bedürfnisse, und die Logistik liefert. Gut, oder? Von Bordstein bis Bettkante: Das alles um­ fasst GW Home Delivery • Zwei Mann, vier Arme: Sperrige Möbel landen dort, wo Sie sie haben wollen. • Schrankwand? Sofa? Wird erledigt. Sie müssen höchstens die Kissen aufschütteln. • Verpackung adieu: Kartons, Styropor und Folien verschwinden direkt zusammen mit dem alten Kühlschrank, wenn Sie wollen.

With home delivery, we are talking about a genuine life upgrade. It allows us to enjoy new things without peripheral matters impinging on the fun. For example, those things will be delivered right into our lounge, our kitchen, our laundry room. Here, Gebrüder Weiss can be relied upon to get the job done. The logistics company has been delivering items for major partners such as MediaMarkt/Saturn and the XXXLutz Group in Austria, Czechia, Slovakia, Croatia, Slovenia and Romania for many years now. XXXLutz Group subsidiary brand Mömax has also recently come on board, and this part- nership is certainly “delivering the goods.” Keen to roll out its services to customers further and wider, Gebrüder Weiss has ramped up its home delivery business significantly over recent years. There are, of course, limits to how much of life Gebrüder Weiss can enrich. But for some of its knottiest everyday challenges, we can make things that little bit better. In other words: people need stuff, and we in the logistics busi- ness deliver it. It’s tough to argue with that. GW Home Delivery brings items to exactly where they’re needed. • Two-man job: Bulky items of furniture are taken exactly where you want them. • Wall units? Sofa? Consider it done. The most you’ll have to do is plump up cushions. • Goodbye to packaging: Cardboard boxes, Styrofoam and plastic film are escorted from the premises, as – if you wish – are the items you’re replacing.

14 Take me home, country roads

15 Take me home, country roads

Zum guten Leben bitte hier entlang: Auf den folgenden Seiten erwartet Sie ein bunter Strauß an Zahlen: Bei der Recherche nach Fak­ toren für ein gutes Leben haben wir zusam­ mengetragen, was uns beim Blick in Studien und Befragungen aufgefallen ist. Dabei sind wir nicht streng wissenschaftlich vorgegangen, sondern haben uns von der eigenen Neugier leiten lassen. Manche Kennzahlen sind klare Wegweiser für eine allgemein hohe Lebens­ qualität, die zur Lebenserwartung etwa oder auch die zur Alphabetisierung. Andere Zahlen sind eher Stimmungsbarometer. Gemeinsam geben sie ein Bild davon, wie sich ein gutes Leben rund um den Globus und insbesondere in denjenigen Ländern gestaltet, in denen Gebrüder Weiss Standorte unterhält. Blättern Sie sich durch und entdecken Sie, wo Ihr Land steht und wie es anderswo aussieht.

Looking for the good life? Read on. On the pages that follow you will find a rich tapestry of numbers. These are the fruits of our re­ search into what makes a good life, the facts and figures that caught our eye as we trawled through studies and surveys. Ours was not a scientific exercise in the strictest sense; in­ stead we were guided by our curiosity. Some of the numbers provide clear pointers for a high overall quality of life – those on life ex­ pectancy, for instance, or literacy. Others are more like mood indicators. Together, they build a picture of what constitutes a good life around the world, in particular in the countries where Gebrüder Weiss has a presence. So delve into the stats and data, find your coun­ try’s take on the matter in hand and compare it with the conclusions of people elsewhere.

16 Das gute Leben

17 The good life

6.14 Bosnien-Herzegowina Bosnia-Herzegovina Zufriedenheit ist weltweit sehr ungleich verteilt. Für den World Happiness Score prüfen Forschende objektive Glücksfaktoren wie Einkommen, Ge- sundheit und soziale Unterstützung mit gefühlten Fakten, beispielsweise dem subjektiven Sicherheitsempfin- den. Seit sieben Jahren thront Finn- land an der Spitze dieser Erhebung, dicht gefolgt von anderen wohlhaben ­ den Ländern. Doch gerade in den reichen Staaten bröckelt bei jüngeren Menschen die Zufriedenheit. Könnte das ein Hinweis darauf sein, dass volle Kühlschränke und stabile Karrieren allein nicht automatisch als Glücks- garanten taugen? Der World Hap- piness Report legt diesen Schluss nahe: Glücksgefühle stellen sich oft in unscheinbaren Situationen ein, bei einem gemeinsamen Essen etwa oder in Situationen, in denen sich Menschen umeinander kümmern.

5.31 Weltweiter Durchschnitt Global average

6.57

Singapur Singapore

6.11

Philippinen Philippines

6.81 Österreich Austria

6.14

Usbekistan Uzbekistan

6.38

Kasachstan Kazakhstan

6.56

6.78

Rumänien Romania

Tschechien Czechia

Wann waren Sie zuletzt richtig glücklich?

18 Das gute Leben ∙ Lebenszufriedenheit

19 The good life ∙ Life satisfaction

6.57 When you look at the world as a whole, happiness is very unevenly spread. For the World Happiness score, researchers zero in on objec­ tive factors contributing to happiness (e.g., income, health and social sup- port) alongside perceived factors, Singapur Singapore such as subjective feelings of security. Finland has topped the rankings for seven years now, followed closely by other wealthy nations. Yet it is also in rich countries that happiness 6.11 among younger people is currently on the wane. Could that be a sign that full bellies and stable careers on their own are not automatically enough to guarantee happiness? The World Happiness Report suggests that feelings of happiness often occur in unremarkable situations – during a meal together, for example, or when we’re caring for another person.

5.31 Weltweiter Durchschnitt Global average

6.14 Bosnien-Herzegowina Bosnia-Herzegovina

Philippinen Philippines

6.81 Österreich Austria

6.14

Usbekistan Uzbekistan

6.38

Kasachstan Kazakhstan

6.56

6.78

Rumänien Romania

Tschechien Czechia

When were you last truly happy?

20 Das gute Leben ∙ Lebenszufriedenheit

21 The good life ∙ Life satisfaction

81 Polen Poland

83 guten Leben bei. Umgekehrt können konfliktreiche oder unglückliche Be- ziehungen das Wohlbefinden sehr beeinträchtigen. Wie hoch die Bezie- hungszufriedenheit konkret ausfällt, hängt von vielen Faktoren ab, von Alter und Geschlecht der Befragten, aber auch von kulturellen Vorstellun- gen. Besonders hoch sind die Werte dort, wo beide Partner*innen gleich- berechtigt und auf Augenhöhe durchs Leben gehen. Weltweiter Durchschnitt Global average Eine erfüllte Partnerschaft ist für viele Menschen ein wichtiger Anker, für frisch Verliebte genauso wie für gol- dene Hochzeitspaare. Sie stärkt die Gesundheit und trägt zu einem Stabile Verbindungen sind auch für das internationale Netzwerk von Gebrüder Weiss von Bedeutung. Manche davon halten bereits seit Jahrzehnten – län- ger als die meisten Ehen. Die Partner- schaft mit Davies Turner in England zum Beispiel: Seit mehr als 40 Jahren arbeiten beide Unternehmen freund- schaftlich und respektvoll zusammen und ermöglichen sichere Transporte von und nach Großbritannien. In einer Zeit, in der private Bindungen oft schneller gelöst werden, als Container von A nach B gelangen, zeigt sich hier etwas Seltenes: Beständigkeit.

68 Südkorea

South Korea

90

Schweiz Switzerland

88 Neuseeland New Zealand

92 Thailand Thailand

85

Deutschland Germany

Ist Ihr Beziehungsleben so, wie Sie es sich einmal vorgestellt haben?

22 Das gute Leben ∙ Ehe und Partnerschaft

23 The good life ∙ Marriage and partnership

81 Polen Poland

South Korea For a lot of people – the newly loved- up and married couples of many decades’ service alike – a fulfilling partnership is a cornerstone of their being. It has considerable health ben­ efits and is a key pillar of a good life. On the flip side, conflict-filled or un- happy relationships can have a signi­ ficant negative impact on general welfare. Either way, surveys suggest that levels of happiness are depen- dent on many factors – from the age and gender of the respondents to cultural perceptions. The figures are particularly high in relationships where both partners exist as equals. 90 Schweiz Switzerland Strong connections are also import- ant for the international network built by Gebrüder Weiss. Some of these can be traced back decades – longer than most marriages. Take Gebrüder Weiss’s partnership with Davies Turner in England: the two companies have been working together on a basis of friendship and respect for more than 40 years, providing secure transport to and from Great Britain. In an era when private connections often fall apart faster than it takes containers to get from A to B, this is an example of something quite rare: constancy.

68 Südkorea

83

Weltweiter Durchschnitt Global average

88 Neuseeland New Zealand

92 Thailand Thailand

85 Deutschland Germany

Is your love life how you imagined it would be?

24 Das gute Leben ∙ Ehe und Partnerschaft

25 The good life ∙ Marriage and partnership

Kroatien Croatia Wenn es um Beziehungen geht, den- ken viele zuerst an die romantische Partnerschaft. Doch ein gutes soziales Netz ist auch aus Freundschaften und Bekanntschaften geknüpft. Freund- schaften erfüllen eine andere Art von Nähe: Sie sind weniger von Erwartun- gen und Verpflichtungen belastet und nicht selten werden beste Freund*in- nen sogar respektvoller behandelt als der Ehepartner oder die Ehepartnerin. Und dann sind da noch die losen Ver- bindungen, die oft unterschätzt wer- den: die Kollegin, mit der man in der Kaffeepause lacht, der Nachbar, der einem im Treppenhaus die schwere Tüte hochträgt. Es ist erwiesen, dass die Qualität dieser freiwilligen Bindun- gen und Begegnungen einen großen Einfluss auf das persönliche Wohl- befinden hat. Besonders im Alter sind stabile Freundschaften oft wichtiger fürs Glück als familiäre Beziehungen – nicht zuletzt, weil sie frei gewählt sind und in jeder Lebensphase neu ent­ stehen und gestaltet werden können.

7.8

EU-Durchschnitt EU average

8.6

Österreich Austria

7.2

6.0

Bulgarien Bulgaria

8.6

Slowenien Slovenia

An wen denken Sie beim Stichwort „Freundschaft“ zuerst?

26 Das gute Leben ∙ Freundschaften

27 The good life ∙ Friendships

Page 1 Page 2-3 Page 4-5 Page 6-7 Page 8-9 Page 10-11 Page 12-13 Page 14-15 Page 16-17 Page 18-19 Page 20-21 Page 22-23 Page 24-25 Page 26-27 Page 28-29 Page 30-31 Page 32-33 Page 34-35 Page 36-37 Page 38-39 Page 40-41 Page 42-43 Page 44-45 Page 46-47 Page 48-49 Page 50-51 Page 52-53 Page 54-55 Page 56-57 Page 58-59 Page 60-61 Page 62-63 Page 64-65 Page 66-67 Page 68-69 Page 70-71 Page 72-73 Page 74-75 Page 76-77 Page 78-79 Page 80-81 Page 82-83 Page 84-85 Page 86-87 Page 88-89 Page 90

www.gw-world.com

Powered by